Wieso Hühner faszinierende Selbstversorger sind.

Und uns dennoch brauchen.

Wieso Hühner faszinierende Selbstversorger sind.

Hühner sind Allesfresser. Sie fressen also Pflanzen und eben auch andere Tiere. Bei Pflanzen sind sie recht wählerisch und können gut unterscheiden, welche als Nahrungsmittel taugen und welche vielleicht sogar giftig sind. Bei Tieren allerdings würde ich sagen, dass sie alles fressen was ihnen vor den Schnabel läuft – sofern es kleiner ist als sie selbst.

Einen Futterplan, der für alle Hühner gleichermaßen gilt, gibt es nicht. Die richtige Kost hängt von verschiedenen Faktoren wie Rasse, Alter, Jahreszeit, Gesundheitszustand und Haltungsform ab. Am relevantesten ist die Haltungsform und hier speziell der Auslauf: je mehr Nahrung deine Hühner im Auslauf finden, desto weniger musst du „ergänzen“.

Bei der Überlegung, was denn überhaupt als Nahrung in Frage kommt, wird dir das folgende „Menü für Hühner“ mit Sicherheit helfen. Dieses besteht aus 3 Gängen:

  1. Gemüse als Vorspeise
  2. der tierische Hauptgang
  3. Obst zum Dessert

Gemüse als Vorspeise

Hühner lieben verschiedenste Arten von Salaten, Gräsern und Kräutern. Sie erkennen sehr gut, wenn eine Pflanze für sie unverträglich oder sogar giftig ist (trotzdem solltest du diese Pflanzen lieber entfernen – siehe weiter unten).

Als vegetarische Speisen kommen zum Beispiel die folgenden Pflanzen in Frage:

  • Salate: Kopf-, Feld-, Eisberg-, Pflück-, Vogerlsalat, Chicorée, Endivien
  • Wurzelgemüse: Karotte, Rote Rübe, Pastinake
  • Kohlgewächse: Weißkohl, Blumenkohl, Kohlrabi, Brokkoli
  • Kürbisgewächse: Gurke, Kürbis
  • Küchenkräuter: Petersilie, Fenchel, Basilikum
  • Wildkräuter: Brennnessel, Luzerne, Löwenzahn, Giersch, Klee, Breitwegerich, Vogelmiere

Optimal ist es natürlich, wenn du Gemüse & Kräuter aus dem eigenen Garten verwenden kannst. Einen Teil der Ernte kannst du für den Winter einlagern – dann haben deine Hühner auch in der kalten Jahreszeit noch etwas davon.

Achtung – unverträgliche und giftige Lebensmittel

Es gibt aber auch Lebensmittel, die wir Menschen gerne essen, die für die Hühner aber unverträglich und in manchen Fällen sogar giftig sind.

Unverträglich

  • Tomaten, Zitrusfrüchte
  • Zucker, Rohmilch, Schokolade

Giftig

  • bestimmte Kulturpflanzen, wie z.B. rohe Kartoffeln, Avocado, Blätter des Rhabarbers

Der tierische Hauptgang (inkl. Zufüttern)

Als Allesfresser lieben Hühner neben vegetarischer Kost auch tierische Nahrung. Beim Scharren sind sie ständig auf der Suche nach Spinnen und Insekten (Würmer, Fliegen, Käfer, Heuschrecken, Schnecken und deren Eier, Schaben, Engerlinge). Selbst kleine Säugetiere (z.B. Mäuse) oder kleine Schlangen sind vor ihnen nicht sicher.

> Meine ERFAHRUNG: „Schaben haben in deinem Hühnergarten keine Chance zu überleben und auch Schlangen werden ihn meiden!“

Je kleiner und karger der Auslauf ist, desto eher wird diese natürliche Speisekarte nicht ausreichend Nahrung bieten. Daher wirst du im Normalfall auch zufüttern müssen. Hier gibt es wiederum mehrere Möglichkeiten:

  1. Körnerfutter
  2. Essen aus der Küche
  3. Kompost
  4. Gras

Vor allem im Winter ist das Füttern der Hühner etwas aufwendiger, denn dann werden sie im Auslauf mit Sicherheit nicht mehr genug Nahrung finden.

Körnerfutter

Die einfachste Form des Zufütterns sind die allseits bekannten Körner. Hier kommen vor allem Weizen, Gerste, Hafer, Roggen, Hirse und Mais in Frage. Unabhängig von der Mischung ist es immer wichtig, dass die Körner sauber und trocken bleiben, denn sonst treiben sie aus oder ziehen Ungeziefer an. In diesem Fall lassen die Hühner das Futter stehen.

Du solltest nicht vergessen, dass die überwiegende bis ausschließliche Fütterung von Hühnern mit Getreide vor allem ein Resultat der Industrialisierung ist. Mit der ursprünglichen, natürlichen Ernährung von Hühnern hat das dann nicht mehr viel zu tun. Eine Ernährung der Hühner ausschließlich mit Körnerfutter wäre mit Sicherheit zu einseitig. Daher solltest du Körner wie eine Art „Nahrungsergänzung“ für deine Hühner sehen.

Je nach Vorbearbeitung der Körner sind verschiedene Formen verfügbar: ganze Körner, geschrotet, zu Mehl verarbeitet oder zu Pellets gepresst. Mehl wird für Küken verwendet, während ausgewachsene Hühner definitiv ganze Körner bevorzugen.

> Mein TIPP: Pellets haben den großen Vorteil, dass eine Selektion der verschiedenen Körner durch die Hühner vermieden wird. Du ersparst dir also die Unmenge an möglicherweise am Boden herumliegenden Körnern, die von den Hühnern aus dem Futterbehälter herausgeputzt und verweigert werden.“

Das Zufüttern von Grit aus Muscheln ist unter Umständen nicht nur zur Unterstützung der Verdauung erforderlich, sondern auch um den Mineralstoffspeicher wieder aufzufüllen.

Essen aus der Küche

Neben klassischen Küchenresten wie z.B. Reis, Nudeln oder eingeweichtem Brot, kannst du für deine Hühner gelegentlich auch verschiedene proteinreiche Delikatessen zubereiten (Eiweiß!). Die Basis bilden Joghurt, Topfen (Quark) oder – so irritierend das aufs Erste auch aussehen mag – gekochtes Ei. Das schmeckt den Hühnern und ist eine sehr gute Nahrungsergänzung.

> Meine ERFAHRUNG: Absolut verrückt sind Hühner nach Mehlwürmern – egal ob getrocknet oder lebendig.“

Jedenfalls sollte diese eiweißreiche Nahrung nur in kleineren Mengen zugefüttert werden.

Kompost etc.

Ein Komposthaufen wirkt für Hühner vor allem deswegen wie ein Magnet, weil es sich hier um eine Brutstätte für die heiß begehrten Kleintiere handelt. Würmer, Käfer & Co. finden sie hier in besonders hoher Zahl. Natürlich fressen Hühner auch Speisereste vom Komposthaufen. Du solltest aber nicht erwarten, dass sie deinen Küchenabfall in der Masse zu hochwertigem Dünger verarbeiten.

Auch Erde und Totholz werden von Zeit zu Zeit gezielt zur Entgiftung des Körpers gefressen.

Gras

Besonders gerne zupfen Hühner auch Grashalme ab. Vor allem das darin enthaltene Karotin ist für ihre Gesundheit wichtig und für die orangene Färbung der Dotter verantwortlich.

Hühner fressen allerdings primär die frischen Grasspitzen. Du solltest den Rasen im Auslauf also regelmäßig mähen, denn nur so werden immer neue Grashalme nachwachsen.

Mein TIPP: Ein Haufen Grasschnitt ist eine willkommene Abwechslung für die Hühner: hier finden sie viele Kräuter und Insekten und es macht ihnen sichtlich Freude, den Haufen durchzuackern.“

Obst zum Dessert

Natürlich darf etwas Süßes zum Abschluss nicht fehlen: Obst bzw. Beeren sind auch für Hühner echte Vitaminbomben und können in gewissen Mengen verfüttert werden (nicht zu viel Fruchtzucker!).  Sei es eine aufgeschnittene Wassermelone zur erfrischenden Kühlung im Sommer, ein im Herbst eingelagerter Apfel zur Abwechslung im Winter, oder klassische Beeren wie Heidelbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren.

> Meine ERFARHUNG: Unsere Hühner lieben rote Johannisbeeren und Heidelbeeren, während sie Himbeeren einfach liegen lassen.“

Auch Kornelkirsche, Holunder, Hagebutte oder Sanddorn werden gerne angenommen. Die jeweiligen Sträucher machen sich im Auslauf auch sehr gut als Schattenspender, sind ein wirksamer Schutzschirm gegen die Gefahr aus der Luft und sind einfach schön anzusehen.

Fazit:

Im Gegensatz zu anderen Haustieren sind Hühner über weite Strecken echte Selbstversorger: Man muss sich untertags grds. nicht um ihre Ernährung kümmern. Allerdings werden sie es dir sehr danken, wenn du ihnen von Zeit zu Zeit ein abwechslungsreiches Menü zusammenstellst.

> Mein TIPP zum Schluss: Einfach den Hausverstand einschalten: Auch für Hühner ist eine ausgewogene Ernährung wichtig! Der Nährstoffbedarf muss gedeckt sein und die Ernährung darf nicht einseitig sein.“

 

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